GoPro Hero10 BLACK – erster Eindruck und Test

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GoPro Hero10 BLACK – erster Eindruck und Test

Inhalt

  1. Kurzübersicht
  2. Erster Start
  3. Touchscreen
  4. Defaults
  5. Infos zum Abo
  6. Weitere Funktionen
  7. Für wen?
  8. Zukunft
  9. Fazit

Kurzübersicht

Vor kurzem habe ich hier bereits über den Release der neuen GoPro Hero10 BLACK berichtet. Als jahrelanger GoPro-User habe ich in das gute Stück direkt am Releasetag bestellt und nun erhalten. Bevor wir tiefer einsteigen, hier direkt mal ein Tableau der wichtigsten Merkmale im Vergleich GoPro Hero10 zur Hero9:

FeatureGoPro Hero10 BLACKGoPro Hero9 BLACK
Abmessungen71,8 x 50,8 x 33,6 mm (B x H x T)71,8 x 50,8 x 33,6 mm (B x H x T)
Gewicht (Cam+Akku)153g158g
Akku1.720 mAh (identisch GP9) 1.720 mAh
Photoauflösung23MP20MP
Max. Video5.3K60 und 4K1205.3K30 und 4K60
VideostabilisierungHyperSmooth 4.0HyperSmooth 3.0
Wasserdicht10m10m
Slo-Mo8x (2.7K, 1080p)8x (1080p)
RAW PhotoAlle PhotomodiAlle Photomodi
ProzessorGP2GP1
RAW FotosJaJa

Features wie HandSight, TimeWarp 3.0, LiveBurst, LiveStream, Geplante Aufnahme, Aufnahmenlänge, Frontscreen, Wassertiefe, Zeitraffer usw. sind bei beiden Kameras identisch. Ich bin froh, dass die Abmessungen identisch sind, sodass ich sowohl Akkus als auch mein Unterwassergehäuse der GoPro Hero9 Black weiterverwenden kann – das ist nämlich gar nicht mal so günstig. Dasselbe gilt dann auch für Schutzfolien, die man vlt. noch von der Hero9 hat, denn sowohl rückseitiger Screen, als auch der vorne und die Linse sind gleich groß. Entsprechend kann auch der Max-Lens-Mod auf beiden Geräten verwendet werden (und der ist wirklich cool!). Des Weiteren wurde das Glas vor der Optik verbessert: es hat nun eine bessere wasserabweisende Beschichtung für weniger Rückstand auf der Linse bei Aufnahmen im und am Wasser.

Hier kurz der Lieferumfang:

  • GoPro Hero10 Black Kamera
  • Akku
  • Verbindungskabel (weiterhin sehr kurz)
  • GoPro Case (schwarz)
  • 1 gebogener Klebehalter
  • 1 Schraube
  • 1 Klick-Halter

Warum kann das Kabel nicht endlich mal länger sein?

Der erste Start

Mit dem ersten Start möchte Deine neue GoPro Hero10 BLACK erstmal ein Update erhalten. Dazu verwendest du einfach die aktuelle Quick-App von GoPro, aktivierst WiFi & Bluetooth und folgst den Anweisungen auf dem Display der GoPro: Verbindung herstellen, Namen für Deine GoPro anpassen, wenn du magst und das Update starten. Beim ersten Start wird man dann übrigens auch direkt gefragt, ob man seine Bilder automatisch taggen möchte (GPS, Höhe, Geschwindigkeit usw.) – das habe ich erstmal abgelehnt, ist aber eine sehr interessante Funktion.

Das Update brauchte etwa 140 Sekunden auf Version v. 1.1.0, die Kamera startete sich währenddessen 2x neu. Mein Akku war bei Auslieferung relativ leer, also aufpassen, ggf. muss die GoPro erstmal aufgeladen werden. Die erste Bedienung war sehr erfreulich, weshalb wir nun zum ersten Bauteil kommen, mit welchem man direkt Kontakt an:

Touchscreen

Warum witme ich diesem Bauteil der GoPro Hero10 einen eigenen Abschnitt? Weil der Touchscreen der bisherigen GoPro Serien wirklich schlecht war! Es war unfassbar wie schlecht dieses Teil einfach ist und das bei einer Kamera des obersten Regalplatzes 😉

Naja, ich finde, man kann nun sagen, dass der Touchscreen der GoPro Hero10 Black ENDLICH besser ist. Er ist nicht zu vergleichen mit z.B. mit einem iPhone, aber die Bedienung ist meiner Meinung nach um einiges angenehmer. Dies liegt vermutlich auch an dem schnelleren Prozessor: GP2, der laut GoPro doppelt so schnell ist, wie sein Vorgänger. Berührungen werden besser erkannt und schneller verarbeitet. Der GP1-Prozessor ist übrigens auch in der GoPro Hero8 Black verbaut. Das neue Touchscreen scheint ferner auch mit einer höheren Bildrate zu arbeiten.

Erstmal Defaults herstellen

Bei einer neuen GoPro Kamera stelle ich erstmal meine Defaults her, also z.B. das lästige Piepsen deaktivieren 😉 Hier eine kleine Übersicht:

  • Deaktivieren des Piepstons
  • GPS aus (zieht nur Akku, aktiviere ich nur bei Bedarf)
  • Datumsformat auf TT.MM.JJ
  • Front Display: aktives Display (um Infos zu den Aufnahmen zu sehen)
  • Anpassen Standardprofile 4K auf 120FPS und 5.3K auf 60FPS (warum sonst die GP10? ;-))

Infos zum Abo

Wie bereits erwähnt, verwende ich die GoPros ohne Abo – ich habe einfach keinen Nutzen dafür. Interessant ist das Abo für Menschen, die beim Kauf sparen möchten und den unbegrenzten Cloudspeicher von GoPro zum Sichern nutzen möchten. ODER aber wer den kostenlosen Austauschservice bis zu 2x im Jahr nutzen möchte für defekte Geräte. 😉 Ganz ehrlich: ich verwende die GoPro Kameras seit dem allerersten Modell und mir ist in den Jahren nicht eine einzige Kamera kaputt gegangen.

Die GoPro Hero10 BLACK kann jetzt direkt i.d. Cloud über Dein WLAN hochladen – mit 5GhZ WiFi ohne App. Kleiner Dämpfer vorab: je nach dem, wo du wohnst, ist das gar nicht mal so cool, denn bei großen Aufnahmen, und die macht die GoPro, brauchst du sehr viel Bandbreite, um die Videos in angemessener Zeit hochladen zu können. Da ich hier nur eine mickrige 50 MBit Leitung mit noch viel weniger Upload habe, ist das uninteressant für mich, davon abgesehen, dass ich meine Daten sowieso lokal sichern würde und nicht in einer Cloud. 😉 Der Rabatt erstreckt sich übrigens nicht nur auf die Kamera selber, sondern auch auf Zubehör.

Wo wir gerade bei Datenübertragung sind: mit der GoPro Hero10 Black kannst du Dein Smartphone per Kabel verbinden, um via Quick App Deine Medien schneller übertragen zu können. Das Thema Bandbreite kommt nämlich auch beim Übertragen auf Dein mobiles Endgerät auf: per Kabel geht es einfach schneller. Im Falle eines iPhones würdest du ein USB-C auf Lightning Kabel benötigen.

Weitere Funktionen

Während TimeWarp 3.0 und andere Features identisch sind, ist es nun möglich den Slo-Mo Modus mit 8x Verlangsamung nicht nur in 1080p zu nutzen, sondern eben auch mit 2.7K. Liegt daran, dass nun 240FPS 😀 auf 2.7K möglich sind und ein 1/8 davon sind eben 30FPS. Also so die Schwelle, ab der Videos für uns halbwegs flüssig wirken. 😉

Was 5K angeht, hat GoPro auch neben den reinen FPS an der Auflösung geschraubt. Denn während es sich bei der GoPro Hero9 um 5K handelte (5120x2880px) dreht die GoPro Hero10 Black mit 5.3K (5312x2988px). Hört sich wenig an, sind aber immerhin etwa 7,64% mehr Auflösung, oder eben 1.126.656 Pixel mehr. 😉

Wer den Horizont-Ausgleich kennt, weiß, dass dieser bei der GoPro Hero9 eingeschränkt auf eine relativ geringe Gradzahl war. Hier hat GoPro nachgearbeitet, sodass ein Ausgleich bis zu 45°C möglich sind. Beachte aber, dass diese Funktion nicht für alle Modi verfügbar ist, aber immerhin bei 4K@60FPS. Diese Funktion hilft Dir Dein Video horizontal besser auszurichten. Falls das Thema für dich interessant ist, kannst du Dir mal den Max Lens Mod ansehen. Damit erhältst du eine Horizontsperre, womit du die Kamera einmal komplett drehen kannst, während das Video gerade bleibt. 🙂

Im Fotobereich hat sich übrigens nicht sonderlich viel verändert. Klar, wir kriegen 3MP mehr, jedoch sind RAW-Serienaufnahmen weiterhin nur mit max. 10 Bildern möglich und bei schlechtem Licht kommt es eben zu Problemen mit Bildrauschen. Aber hey, dass ist eine Actioncam und keine Fotokamera mit entsprechend großem Sensor.

Für wen lohnt sich der Kauf/Wechsel?

Vermutlich ist der folgende Paragraph für 3 Kategorien interessant:

  • hat noch keine GoPro
  • hat eine GoPro Hero9
  • hat eine GoPro Hero8 oder älter

Zu 1): zu bist an einer robusten Actioncam interessiert mit genialen Aufnahmen, vielen FPS, die wasserdicht ist und für die es viel Zubehör gibt? Dann ist die GoPro Hero10 Black für Dich vermutlich die richtige Wahl, alternativ die nun günstiger GoPro Hero9.

Zu 2): bist du so FPS-geil wie ich? – Du kennst die Antwort 😉

Zu 3): ähnlich wie 2.), und zusätzlich ist alleine die Möglichkeit, die Linse wieder selber wechseln zu können sehr viel Wert. Alleine deswegen würde ich glaube ich schon von einer 8er GoPro auf die aktuelle 10er wechseln, zumal die Verkaufspreise gar nicht so schlecht sind. Auch im Fotobereich hat sich hier viel getan (vgl. 23MP zu 12MP), vom Videobereich ganz zu schweigen (5.3K@60FPS & 4K@120FPS zu 4k@60FPS).

Was ist nun zu erwarten?

Nun, ich denke, dass der nächste Schritt für das 11. Modell in 2 Richtungen geht:

  • 120FPS bei 5.3K zu schaffen und
  • die Wassertiefe ohne Gehäuse zu erhöhen.

Ansonsten würde ich persönlich mir einen noch besseren Touchscreen 😀 und stärkere Akkus wünschen. Cool wäre auch ein 360°-Mod für die GoPro Hero-Reihe, sodass man 360°-Aufnahmen wie mit der GoPro Max machen kann, aber keine zweite Kamera braucht. Unterwasser stelle ich mir das auch cool vor (GoPro Max schafft nur 5m ohne Gehäuse).

Fazit

Da für mich der Fokus bei GoPro Kameras auf Videoaufnahmen liegt, lohnt sich der Wechsel meiner Meinung nach auf jeden Fall. Im Fotobereich hat sich weniger getan, das ist aber denke ich auch nicht das Wichtigste bei einem Kauf einer Actioncam. Die GoPro Hero10 Black macht dennoch bei Helligkeit gute Bilder. Die Verbesserung der Bedienung (Stichwort Touchscreen) wirkt zudem etwas wie eine Befreiung 😀